Defekte HIV-Überreste sind nicht stumm

Eine antiretrovirale Therapie kann die Vermehrung von HIV wirksam unterdrücken. Doch das Virus hinterlässt sein genetisches Material im Körper. Eine Studie des Leibniz‑Instituts für Virologie zeigt, dass defekte HIV‑Proviren, die sich in das Genom von T‑Zellen integriert haben, beispielsweise im Bereich des Masterregulators BACH2, nicht passive Überbleibsel sind, sondern aktiv die Biologie der betroffenen Zellen verändern können: Sie fördern deren langfristiges Überleben, vermehrte Teilung und eine veränderte Immunfunktion. Dies könnte erklären, warum HIV trotz wirksamer Therapie über Jahrzehnte im Körper bestehen bleiben kann. Die Studienergebnisse wurden in PLOS Pathogens veröffentlicht.
Quelle: IDW